Rathaus Rehe
Projektart
Bestandsaufnahme & Sanierungsplanung
Leistungsumfang
LP 1–4 HOAI
Bauherr
Ortsgemeinde Rehe
Schutzstatus
denkmalgeschützt
Status
in Planung
Ort
Der historische Rathaus von Rehe liegt südlich der Hauptstraße auf einer kleinen Freifläche, unmittelbar westlich der Abzweigung „Windlück“. Das ehemalige Schulhaus mit Betsaal bildet hier einen markanten baulichen Schwerpunkt. Mit seiner klaren Fachwerkgliederung, den geschnitzten Ständern und dem kleinen, verschieferten Dachturm prägt das Gebäude seit dem 18. Jahrhundert das Bild des Dorfes.
Gebäude
Der zweigeschossige Sichtfachwerkbau wurde 1738/39 errichtet und 1741 als kombiniertes Schulhaus und protestantisches Betsaalgebäude eingeweiht. Das gesamte Obergeschoss nimmt der Betsaal ein. Ein großzügiger, rechteckiger Raum, dessen regelmäßiges Fachwerkgefüge außen sichtbar bleibt.
Das schiefergedeckte Mansarddach wird von einem kleinen Dachturm bekrönt, dessen quadratischer Unterbau und steil aufragender, achteckiger Glockenhelm ein charakteristisches Element der regionalen Baukultur darstellen. Die Konstruktion ist nahezu vollständig aus Eichenholz errichtet und in ihrer Einheitlichkeit und Präzision außergewöhnlich gut erhalten.
Konstruktion / Bedeutung
Das Dachwerk gehört zu den bauzeitlichen Abbundsystemen des 18. Jahrhunderts und ist vollständig aus Eichenholz gefertigt. Ein zweifach gestaffeltes Mansarddach mit liegendem Stuhl, Querbünden und einem Hängesprengbund bildet die tragende Struktur des Betsaals.
Besonders bemerkenswert ist der vollständig erhaltene Dachfirstturm, der konstruktiv Teil der Abbundeinheit ist und die Lasten über eine sorgfältig ausgebildete Kombination aus Ständern, Schwellen, Streben und einem verschränkten Balkenstern in das Dachwerk ableitet. Der regelmäßige Aufbau, die Schnitzereien an einzelnen Ständern und die klare Gliederung der Fachwerkaußenwände spiegeln die handwerkliche Qualität der Bauzeit eindrucksvoll wider.
Konzept / Eingriffe
(LP 1–4)
In einem ersten Schritt erfolgt die vollständige bauhistorische und konstruktive Bestandsaufnahme. Grundlage hierfür ist die Dokumentation von Hans-Hermann Reck sowie die ergänzende vermessungsgerechte Erfassung der Holzkonstruktionen.
Die Schadenskartierung, direkt in das verformungsgerechte Aufmaß eingetragen, bildet die Basis für die weiteren Planungsschritte. Sie ermöglicht eine präzise Zuordnung von Schäden an Gefachen, Schwellen, Eckständern und Fachwerkfeldern sowie an Decken- und Dachhölzern.
Aus den Befunden wird ein Sanierungskonzept entwickelt, das die handwerkliche Konstruktion respektiert und gezielte Holzergänzungen, Reparaturen an sichtbaren Fachwerkteilen und die Instandsetzung des Dachwerks vorsieht. Alle Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege und der Ortsgemeinde vorbereitet.